Kurzreise nach Ditrău 6. – 8. Februar 2016

Vor 11 Monaten, am 10. März 2015, haben wir unser Gelände gekauft und die Kaufsumme in Höhe von 18.500 € in Anwesenheit eines Notars dem Verkäufer übergeben. Eigentümerin ist jetzt die rumänische gemeinnützige Tierschutzorganisation GATE mit Ágota Jakab und Levente Kémenes. Hier der Foto-Bericht dazu und der Finanz-Bericht.

Bis Mitte Oktober war die Sanierung des Hauses und die Einrichtung eines tierärztlichen Behandlungsraumes überwiegend abgeschlossen. Aufgrund bei der Besichtigung unerkennbarer baulicher Mängel wurde die Sanierung wesentlich teurer als geplant, rund 12.000 €. Hier die Kostenaufstellungen und was alles gemacht werden musste. Darüberhinaus gibt es einen Zwischenbericht über den Stand der Arbeiten vom August 2015 und einen Fotobericht über unsere erste Kastrationsaktion im neuen Haus im Oktober 2015. Das Haus ist inzwischen so weitgehend restauriert und hergerichtet, dass Levente Kemenes jetzt dort wohnen kann. So ist er ständig auf dem Tierheimgelände und die Hunde sind immer unter seiner Beobachtung und liebevoller Betreuung.

Ziel dieser Reise war die Planung der neuen Zwingeranlage für unsere Hunde mit Quarantänebereich. Vieles hatten wir natürlich schon vorher per Email und Messengernachrichten besprochen, doch im Verlauf eines dynamischen Prozesses kommen immer wieder neue Ideen hinzu. Insbesondere Levente hatte einige Änderungswünsche, die sich aus seiner täglichen Arbeit vor Ort ergeben haben. Darauf sind wir im Einzelnen auch eingegangen. Die Planungen, die ich in den vorangegangenen Berichten vorgestellt hatte, haben sich im Wesentlichen in drei Punkten geändert.

  1. Die Anlage soll näher am Haus gebaut werden, weil es logistisch gesehen sinnvoller ist: kürzere Wege für die Versorgung, einfachere Anbindung an Elektrizität und Wasser, sinnvollere Möglichkeiten der Schmutzwasserentsorgung.
  2. Anders als bisher geplant, soll der Untergrund der Zwinger komplett betoniert werden, statt wie bisher angedacht, nur das Drittel, das auch überdacht ist. Der Winter hat gezeigt, dass Kies hier auf diesem Untergrund sehr schnell im Matsch versinkt, und immer wieder erneuert werden müsste. Auch ist eine hygienische Reinigung kaum möglich. Allerdings wird die Anlage dadurch ein Stück teurer.
  3. Der Quarantänebereich ist in der Planung enthalten, und soll gebaut werden, sobald die anderen Zwinger fertig sind.

Die Aufgabe, die wir uns für 2016 vorgenommen haben ist riesig, doch wir hoffen es auch diesmal mit euer Unterstützung zu schaffen. Einzelheiten zur Planung findet ihr hier.

Am Samstag nachmittag um drei sind wir angekommen…

in unserem kleinen Tierheim im Freilauf bei den spielenden und tobenden Hunden, die sich wahnsinnig über die neuen Menschen freuen, an denen man hochhüpfen kann und die vielleicht Streichelhände haben…

Hier rennen Tünde, Mogli Carney, Balto und Spike (v.l.n.r.) auf uns zu. Ganz im Hintergrund kommt auch die kleine schwarze Silja angerannt.

Andre suchen vor allem Streichelhände: FAITH. Kaum hat sie uns entdeckt, kommt sie ganz nah. Hat sie einen Menschen für sich “erobert”, wird der auch recht vehement gegen die anderen Vierbeiner verteidigt. Da mussten wir ihr leider klar machen, dass das so nicht geht…

…denn auch der Hunde-Opa Atze, den man kürzlich am Tierheim entsorgt hatte, liebt es, gekrault zu werden.

Überlegungen zur Planung der neuen Zwingeranlage

Natürlich sollen unsere Hunde sich auch weiterhin möglichst oft frei auf dem Gelände bewegen können, doch ganz ohne Aufsicht geht das nicht. Jeweils nach 2 bis 3 Stunden gehen sie – durchaus gerne – zurück in ihre Zwinger, zur mittäglichen Fütterung und um sich auszuruhen. Am Nachmittag ist dann nochmals freies Laufen und Spielen angesagt. Abends geht’s dann wieder ab in die Boxen. So können mögliche Streitereien am besten unter Kontrolle gehalten werden und jeder Hund bekommt auch ganz sicher seine Futterration.

Die neuen Zwinger müssen wetterfest, hygienisch, leicht zu reinigen sein und mehr Schutz bieten als das bisher möglich ist.

Der derzeitige Winter, der in Rumänien meist von Ende Oktober bis Anfang April dauern kann, hat die Schwachstellen unseres Geländes deutlich gezeigt: wie eigentlich überall in den Karpaten regnet es hier häufig und der Boden ist sehr nass, und verwandelt sich schnell in knöcheltiefen Matsch. Die Hunde stehen mit den Pfoten in den Pfützen und tragen den Schlamm mit in ihre Schlafhütten, oft werden die Plätze tagelang nicht trocken. Das führt schnell zu Krankheiten und Hautproblemen. Insbesondere das Immunsystem von Welpen ist dann schnell überfordert.

Mehrere Junghunde hatten in diesem Winter Lungenentzündung, einer ist gestorben, da sein Immunsystem zu schwach war. Er war im September als ganz kleiner mutterloser Welpe ins Tierheim gekommen, hatte sich erholt, doch er wurde immer wieder krank, obwohl er viel im Haus gelebt hat und die bestmögliche tierärztliche Versorgung bekam.


Planungen

  1. wetterfeste Zwingeranlagen zur Unterbringung unserer Bestandshunde, die zur Zeit in provisorischen noch aus Gheorgheni stammenden Zwingern leben. Zwar sind die Hunde jeden Tag viele Stunden im Freilauf, doch sie brauchen auch trockene Schlafplätze.
  2. abgeteilte wetterfeste Zwinger für Mutterhündinnen mit ihren Welpen oder für ganz kleine Welpen ohne Mütter, die wir immer wieder auf den Straßen aufsammeln.
  3. Eine gut zu reinigende wetterfeste Quarantänestation, für Neuzugänge die bei uns im Tierheim landen.

Diese Anlage soll den geltenden Vorschriften der örtlichen Veterinärbehörde entsprechen, denn unser Ziel ist es, die Anerkennung als offizielles privates Tierheim zu erhalten. Somit beugen wir behördlicher Willkür vor. Eine Bedingung für diese Genehmigung ist, dass ein Teil der Zwinger ein Betonfundament bekommt und dass die Zwinger und die Hundehütten partiell überdacht sind.

Damit man sich die derzeitige Situation besser vorstellen kann, habe ich ein kleines Video (knapp 8 Minuten) zusammengeschnitten.

Das Video kann man sich in groß auch direkt auf meinem YouTube-Kanal ansehen.

Die allererste Massnahme, mit der wir starten müssen, sobald der Boden frostfrei ist, ist das Ausbaggern von Drainagekanälen in denen das Regenwasser abfliessen kann. Von da wird es in weitere schon vorhandenen Bäche umgeleitet. Es gibt schon einige Drainagekanäle auf unserem Land, aber die reichen nicht aus. Erst danach kann mit den Planierungsarbeiten für ein Betonfundament begonnen werden.

Das hier ist das Gelände, das derzeit als Freilauf genutzt wird. Es soll nach hinten erweitert werden. Bis zum hinteren Zaun ist es ca. 66 m lang und durchschnittlich 20 – 22 m breit.

Hinter dem Zaun geht es noch weiter ins Gelände, den Hügel hinauf. Nach unserer ersten Planung sollte der Bereich für das Tierheim eigentlich erst hinter dem Gebüsch beginnen. Grund war die befürchtete Lärmbelästigung der Nachbarn. Doch es hat sich gezeigt, dass unsere Hunde viel friedlicher und ruhiger sind, als befürchtet. Sie powern sich aus, fressen und schlafen. Eigentlich schlagen sie nur an, wenn Fremde sich dem Gelände nähern. Doch dann genügt oft ein Pfiff von Levente, und die Meute regt sich schnell wieder ab und ist ruhig. Sie wissen dann, er kümmert sich um alles weitere. Es ist faszinierend.

Daher werden wir jetzt doch näher am Hausbereich bleiben, was sehr viele logistische und finanzielle Vorteile hat, auch in Bezug auf Verlegung von Elektrizität und Wasserleitungen. Hierhin werden wir das Tierheim ausdehnen.

LAGEPLAN nach Katasteramt

Sehr vereinfachte und nicht maßstabsgetreue Skizzen, die die einzelnen Arbeitsschritte verdeutlichen sollen.

Aktuelle Situation

Veränderungen

1. Umsetzen und Erweiterung einiger Zäune, um den Tierheimbereich zu erweitern (fertig bis Ende März)

2. Drainage (fertig bis Ende März)

3. Installation einer Kleinkläranlage für die Fäkalien aus den Zwingern (Bedingung des Umweltamtes) (fertig bis Anfang April)
4. Planieren der Bereiche, die für das Betonfundament für die Zwinger vorgesehen sind.
5. Das Gelände mit Schotter auffüllen. Streckmetall verlegen …
6. Betonieren der Flächen leicht abschüssig und mit Ablaufrinnen für das Schmutzwasser.
7. Verbinden der Ablaufrinnen mit der Kleinkläranlage.

Geplant sind 4 große Zwinger 10 m breit und 8 m lang, von denen sich zwei jeweils unterteilen lassen in 2 Zwinger à 5 x 8 m. von jedem Zwinger sollen ca. 10 x 3 m überdacht sein. Alle Zwinger sind so ausgerichtet, dass sie der Sonne zugewandt sind, die dann für Trockenheit sorgt. Heisse Sommertage sind eher selten, und dann halten sich die Hunde überwiegend im Freilauf auf, wo sie genügend Schatten finden können.

Zusätzlich zu diesen vier geräumigen Zwingern sollen drei kleinere Boxen für Welpen /Hündinnen mit Welpen gebaut werden, die ca. 5 x 3 m gross sind, komplett betoniert und überdacht.
Ein Fundament aus Spezialbeton, der Ammonaik- und Säureressistent ist, gewährleistet eine gute und einfache Reinigung, wesentlich besser als das bei Kies der Fall ist.

Diese Arbeiten sollen bis Ende April, Anfang Mai erfolgt sein.

Für die letzte Maiwoche ist eine große Arbeitsaktion geplant mit freiwilligen Helfern aus Deutschland (und hoffentlich auch Rumänien), um die Zäune, Tore und Dächer zu bauen. Weitere Helfer sind willkommen.

Sind diese Zwinger fertig, können die Hunde umziehen, und die jetzigen provisorischen Zwinger werden abgebaut und in einen Quarantänebreich umgewandelt, was hoffentlich bis zum Herbst erledigt ist. Dort wo jetzt die provisorischen Zwinger stehen, soll in Zukunft die Quarantänestation sein. Die vorhandenen 5 Zwinger (je 6 x 6 m) werden auf drei reduziert, sie sollen komplett betoniert und überdacht werden. Aus den derzeitigen Welpenzwingern werden Unterstellplätze für Werkzeuge, Stroh, etc.

So soll ein Doppelzwinger im Grundriss aussehen:

Seitenansicht

KOSTENKALKULATION erstellt in Zusammenarbeit mit der Baufirma GHECONSTAR S.A.
(Str. Carierei 6 Jud. HARGHITA, Loc. GHEORGHENI)

Über allem schwebt nun die Frage: wie können wir die Planungen für 2016 finanziell stemmen?
21.000 Euro sind notwendig, um die notwendigen Zwinger zu bauen und die vorhandenen in einen Zustand zu versetzen, dass sie dann auch die nächsten 10 + Jahre halten.
Ein “Kassensturz” hat ergeben, dass wir selber noch Reserven von 7.800 € in unserer Kasse haben, die seit letztem Sommer als “zweckgebundenen Spenden für den Zwingerbau und Drainagearbeiten” von verschiedenen Sponsoren eingegangen sind. Das ist insofern sehr erfreulich, als wir noch gar keine intensive Werbung dafür betrieben hatten. Wir hatten immer mal kleinere Aufrufe auf facebook gestartet: z. B. im vergangenen Winter “gegen nasse Pfoten”, der mehrere hundert Euro eingebracht. Da wir sie nur zum Teil ausgegeben haben, werden sie jetzt für die kommenden Drainagearbeiten eingesetzt.

Dieses Geld fehlt auf keinen Fall bei der Versorgung der Hunde! Alle Hunde haben Paten, neu hinzu kommende Hunde finden sehr schnell über unsere facebook-Seite “Taufpaten”, die den Hunden für 40 € Namen geben dürfen und die Grundversorgung für den ersten Monat bezahlen. Auch alle Kastrationen werden von Kastra-Paten finanziert. Darüber hinaus haben wir ein weiteres Polster für unerwartete Ausgaben. Oder starten immer mal wieder kleinere Aufrufe.

Doch es bleibt immer noch die Riesensumme von 13.200 € übrig.

Wenn wir 21.000 € teilen durch die 475 Quadratmeter Zwinger, die wir für unsere Hunde bauen können, kommen wir zu dem Ergebnis, dass EIN QUADRATMETER ZWINGER letzten Endes nur 45 € kostet.
Wir brauchen also nur genügend hundefreundliche Menschen, die einen ganzen oder auch nur einen halben Quadratmeter spenden.
Mit den vorhandenen 7.800 € haben wir immerhin schon stolze 173 qm finanziert!

Es müssten also 300 Menschen je einen Quadratmeter bezahlen, dann hätten wir mitten in Rumänien ein vorbildliches kleines Tierheim, in dem die Hunde sich wohlfühlen können, gutes Futter, medizinische Versorgung und viel Zuneigung, sowie eine gute Vorbereitung auf ein schönes Hundeleben in Freiheit bekommen.

Da könnten wir alle zusammen richtig stolz sein, dass wir das quasi aus dem Nichts geschafft haben.

Besonders hervorheben möchte ich auch, dass sich über facebook eine Gruppe von netten, arbeitswilligen Menschen zusammengefunden hat, die in der letzten Maiwoche gemeinsam nach Ditrău fahren wird, um die Arbeiten zu erledigen, die oben als “Eigenarbeit” deklariert worden ist: Aufbau der Wände, der Zwinger und der Dachkonstruktion, etc.

Mit diesen Überlegungen und Planungen haben wir den Sonntag verbracht, und hatten dabei die ganze Zeit unsere wunderbaren Hunde um uns, manche haben gespielt bis zum Umfallen, andere kamen immer wieder vorbei, um gekrault zu werden…

Lady mit Tochter Pearl
Levente und Hund Pepper